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Lebenslust – Warum die Freude am Leben bereits in dir steckt

Lebenslust und Freude am Leben – persönliche Gedanken von Marion Welz

Lebenslust – Warum die Freude am Leben bereits in dir steckt

Lebenslust wiederfinden und die Freude am Leben neu entdecken – vielleicht ist das etwas, wonach sich mehr Menschen sehnen, als wir vermuten.

In den vergangenen Wochen hat mich das Thema Lebenslust intensiv begleitet.

Vor einigen Wochen ist meine Mutter physisch gegangen. Ihr Abschied hat mich noch einmal sehr deutlich mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert.

Mir wurde bewusst, dass unsere Zeit hier begrenzt ist. Und gleichzeitig habe ich erkannt, dass das Leben, das ich gerade führte, wenig mit echter Lebendigkeit zu tun hatte.

Diese Erkenntnis war schmerzhaft – und zugleich ein Geschenk.

Denn sie führte mich zu einer Frage, die ich heute gerne an dich weitergeben möchte:

Wann hast du das letzte Mal wirkliche Lebenslust gespürt?

Und auch hier möchte ich dich einladen, einen Moment nachzuspüren:

Wann hast du zuletzt wirklich Lust empfunden?

Vielleicht im Zusammenhang mit einem Abenteuer.
Vielleicht in einer Begegnung voller Liebe.
Vielleicht bei deiner Arbeit oder Berufung.
Vielleicht beim Entdecken, Lernen oder Erforschen von etwas Neuem.
Vielleicht in einem tiefen Gespräch.
Vielleicht in der Gemeinschaft mit anderen Menschen.

Vielleicht einfach in einem Moment, in dem du ganz bei dir selbst warst.

Lust kann viele Gesichter haben. Sie zeigt sich nicht nur in der Sexualität, sondern überall dort, wo wir uns lebendig, neugierig und verbunden fühlen.

Was bedeutet Lebenslust eigentlich?

Wenn du das Wort „Lust“ hörst – was entsteht dann in dir?

Welche Gedanken tauchen auf?
Welche Gefühle?
Welche Erinnerungen?

Oft verbinden wir Lust ausschließlich mit Sexualität. Doch Lebenslust ist viel mehr als das.

Lebenslust zeigt sich überall dort, wo wir uns lebendig fühlen.

Wenn wir neugierig sind.
Wenn wir lachen.
Wenn wir etwas Neues entdecken.
Wenn wir uns verbunden fühlen – mit uns selbst, mit anderen Menschen oder mit dem Leben.

Für mich bedeutet Lebenslust die Freude am Leben. Das Gefühl, wirklich da zu sein und den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen.

Warum wir unsere Lebensfreude oft verlieren

Aus meiner Erfahrung tragen wir alle eine natürliche Lebensfreude in uns.

Gleichzeitig gibt es innere Muster, Glaubenssätze und Ängste, die uns davon entfernen können.

Vielleicht kennst du Gedanken wie:
‚Ich schaffe das nicht.‘
‚Dafür habe ich keine Zeit.‘
‚Das kann ich mir nicht leisten.‘
‚Was sollen die anderen denken?‘
‚Ich bin nicht gut genug.‘

Manche dieser Gedanken haben uns vielleicht einmal geschützt. Andere laufen heute ganz automatisch ab und bestimmen unser Leben, ohne dass wir sie bewusst hinterfragen.

So kann es passieren, dass wir funktionieren, obwohl wir uns innerlich nach mehr Lebensfreude, Sinn und Lebendigkeit sehnen.

Kinder zeigen uns, wie Lebenslust aussieht

Wenn ich Kinder beobachte, sehe ich Lebenslust in ihrer natürlichsten Form.

Sie spielen.
Sie entdecken.
Sie lachen.
Sie staunen.
Sie folgen ihrer Neugier.

Kinder fragen nicht ständig, ob etwas sinnvoll, effizient oder wirtschaftlich ist.

Sie sind im Moment.

Natürlich wissen wir Erwachsenen, dass das Leben komplexer geworden ist. Viele Menschen tragen Verantwortung für Familie, Beruf oder Angehörige.

Und dennoch können Kinder uns daran erinnern, dass Lebensfreude oft dort entsteht, wo wir wieder mehr im Hier & Jetzt ankommen.

Lebenslust wiederfinden beginnt im gegenwärtigen Moment

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Wochen war für mich:

Das Leben findet nicht später statt.

Nicht nach dem nächsten Urlaub.
Nicht nach der nächsten Gehaltserhöhung.
Nicht dann, wenn alle Probleme gelöst sind.

Das Leben geschieht genau JETZT.

Deshalb frage ich mich heute immer häufiger:

Was macht mir wirklich Freude?
Wonach sehne ich mich?
Was möchte ich erleben, solange ich hier bin?

Lebenslust bedeutet für mich nicht, ständig glücklich zu sein.

Sie bedeutet vielmehr, dem Leben offen zu begegnen – mit all seinen Höhen und Tiefen.

Mehr Lebensfreude im Alltag entdecken

Oft suchen wir die große Veränderung und übersehen dabei die kleinen Momente.

Doch Lebensfreude zeigt sich häufig im Alltäglichen.

In einem guten Gespräch.
In einem freundlichen Lächeln.
In der Natur.
Im Zusammensein mit Menschen, die uns guttun.

Für mich sind es manchmal ganz einfache Augenblicke.

Wenn ich morgens nach dem Joggen im Garten dusche.
Wenn ich barfuß durch das Gras gehe.
Wenn ich den Wind auf meiner Haut spüre.
Wenn die Sonne mein Gesicht wärmt.

In diesen Momenten fühle ich mich lebendig.

Nicht, weil alles perfekt ist.

Sondern weil ich präsent bin.

Welche Rolle spielen unsere Ängste?

Natürlich begegnen uns auf dem Weg zu mehr Lebenslust auch Ängste.

Manche Ängste schützen uns und sind wichtig.

Andere beziehen sich auf Dinge, die vielleicht niemals eintreten werden.

Deshalb frage ich mich immer wieder:

Hält mich diese Angst gerade wirklich sicher?

Oder hält sie mich davon ab, mein Leben zu leben?

Diese Frage verändert oft mehr, als wir denken.

Denn dahinter verbergen sich häufig Wünsche, Sehnsüchte und Möglichkeiten, die lange keinen Raum hatten.

Lebenslust trotz schwieriger Zeiten

Manchmal ist der Zugang zur Lebensfreude erschwert.

Durch Trauer.
Durch Krisen.
Durch Erschöpfung.
Durch Depressionen oder andere Erkrankungen.

Dann kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu holen.

Therapeutische Begleitung, Gespräche oder körperorientierte Ansätze wie die Craniosacrale Biodynamik können wertvolle Wege sein, wieder mehr Verbindung zu sich selbst und zur eigenen Lebendigkeit zu finden.

Lebenslust bedeutet nicht, schwierige Gefühle zu verdrängen.

Sie bedeutet auch nicht, immer positiv sein zu müssen.

Vielmehr geht es darum, dem Leben in all seinen Facetten zu begegnen und Schritt für Schritt wieder Zugang zur eigenen Lebendigkeit zu finden.

Lebenslust – eine Einladung

Ich persönlich warte nicht mehr darauf, dass jemand anderes mich ins Leben zieht.

Nicht ein Partner.
Nicht Freunde.
Nicht perfekte Umstände.

Ich möchte die kleinen und großen Momente erkennen, die bereits da sind.

Die Freude.
Die Neugier.
Die Verbundenheit.

Vielleicht ist Lebenslust nichts, das wir erst erschaffen müssen.

Vielleicht ist sie bereits in uns vorhanden.
Vielleicht wartet sie nur darauf, wieder wahrgenommen zu werden.

Deshalb möchte ich dich heute einladen:

Erinnere dich an einen Moment, in dem du dich wirklich lebendig gefühlt hast.

Was hast du getan?
Wie hat es sich angefühlt?
Und was davon könntest du heute wieder in dein Leben einladen?

Lebenslust steckt in uns allen.

Manchmal laut und sichtbar.

Manchmal leise und verborgen.

Doch sie ist da.

Und vielleicht beginnt der Weg zurück zu mehr Lebensfreude genau mit diesem einen Augenblick der Aufmerksamkeit.

Aus diesen Gedanken heraus ist auch ein Lied entstanden:

„Lebenslust – mal leise, mal ganz laut“

Ein Lied über die Freude am Leben, über Abschied und Neubeginn, über die kleinen und großen Momente, in denen wir uns wieder mit unserer Lebendigkeit verbinden können.

Vielleicht magst du es dir anhören und dabei einen Moment nachspüren:

Wo zeigt sich die Lebenslust gerade in deinem Leben?

🎵 Zum Lied „Lebenslust“

Herzlichst,
Marion

4 Kommentare
  1. Annette Schellenberg
    Annette Schellenberg sagte:
    22. Juni 2026 um 08:53

    Liebe Marion,

    da ist dir mal wieder ein Blockartikel gelungen, sehr echt auch, der voll bei mir ankommt, bei anderen sicher auch.
    Du schreibst am Anfang: „Diese Erkenntnis war schmerzhaft – und zugleich ein Geschenk.“
    Wie wertvoll, das so erkennen zu können.
    Ein sowohl – als – auch.
    Danke für dein Mitteilen.
    Ich bin nun schon einige Male mit diesem Wort unterwegs gewesen – Lebenslust! Auch gestern!

    Schon seit langem ist die Sommersonnenwende ein besonderer Tag für mich.

    Der Tag begann wie so oft – vor Sonnenaufgang. Ich genoss den Tau unter den Füßen besonders achtsam, bestaunte und spürte die kleinen Wasserkügelchen. Wasser steht hier oft für Reinigung und Neuanfang. Und obwohl ich bereits an den letzten beiden Tagen früh am Morgen baden war, wollte ich es mir heute noch einmal gönnen.
    Früher habe ich mich an solch besonderen Tagen regelrecht gestresst, weil es ja schön sein sollte, ich Freude kreieren wollte, was anstrengend war und manchmal zu Frust führte.

    Lebenslust klingt so viel weicher in meinen Ohren, schwingt so viel freier, lässt einen größeren Spielraum zu.

    Auf dem Weg zu einem See, habe ich mich erstmal verfahren. Ich landete in einem Hundeauslaufgebiet. Naiv wie ich bin, war ich bis dahin sicher, solche Gebiete seien eingezäunt. Dem war nicht so. Auf einem schmalen Weg zwischen einer dichten Hecke und einem breiten tiefen Graben, ich fühlte mich regelrecht eingeklemmt, kam mir als erstes ein großer schwarzer Hund ohne Herr-oder Frauchen entgegen, der mich aggressiv anknurrte. Zum Glück hatte er einen Maulkorb, trotzdem aktivierte er Angst in mir. Ich erfuhr erstmal, wo ich mit meinem Rad reingeraten war. Bei einer zweiten Frau mit Hund sagte ich dann gleich, ich habe mich verfahren…
    Bevor ich das zu zwei Männern mit Hunden sagen konnte, blaffte mich der erste mit ähnlich aggressivem Gesicht an (leider ohne Maulkorb):“Müssen sie hier Rad fahren? Hier ist Hundauslaufgebiet! …“.

    Und anders als sonst, wo ich im Freeze oder sonstwo gelandet bin, liefen mir heute kräftig die Tränen und gleichzeitig konnte ich antworten. „Ja, ich muss hier langfahren, ich tue es nicht freiwillig, es war anders geplant. Ich habe mich verfahren. Sowas kommt vor, er dürfe trotzdem freundlich mit mir reden.“

    Als ich endlich aus diesem Gebiet raus war, atmete es sofort tief in mir auf.
    Ich gähnte vor Erleichterung, hatte noch Symptome der Angst in meinem Körper.

    Und dann hörte ich einen Pirol singen. Ich liebe Pirolgesang. In meiner Wahrnehmung sang er nur für mich, er fühlte mit mir. Durch dieses empfundene – ja was war es eigentlich? Mitgefühl? Die Erlaubnis, so sein zu dürfen? Ein – ich bin da für dich? Ein – du bist ok, auch wenn du Angst hast?
    Auf alle Fälle war ich das erste Mal bildlich auf diesen versehrten inneren Anteil gestoßen. Ich konnte sie sehen, die rothaarige verängstigte Kleine, deren Angst nie gesehen wurde, deren Angst nie sein durfte, die dafür ausgelacht, beschämt und sogar verachtet wurde, die mit ihrer Angst so oft mutter- und vaterseelenallein war.
    Durch das Lied, das der Pirol mir sang, gelang es mir zum allerersten Mal, wirklich Mitgefühl mit diesem Teil in mir wahrzunehmen.
    Vielleicht war es ein Glimmermoment, wie Bernhard Tewes in seinem Buch „Glimmer: Die neue Psychologie der positiven Trigger“ schreibt. Ich war tief berührt und mir liefen die Tränen.

    Mir gelang, was meine Eltern nicht konnten. Ich konnte die Kleine sehen. Dieser Anteil in mir, war unschuldig. Und der Anteil, der heute noch da ist – „ein fühlender Teil meines Selbst“ (wie Verena König es formuliert), ist ebenfalls unschuldig.
    Ich konnte – all dies, was ich so oft zu hören bekam, bei meinen Eltern lassen, die alten Botschaften als ihre Wahrheit sehen.
    Ich konnte der Kleinen sagen: Natürlich darfst du Angst haben. Du darfst immer zu mir kommen. Ich hab dich lieb. Ich lass dich niemals allein damit. Bei mir bist du sicher.

    Nein. Es war nicht nur schön gestern – doch es war besonders, auch ein-sowohl-als-auch! Leben!
    Du schreibst „Lebenslust bedeutet nicht, schwierige Gefühle zu verdrängen. Sie bedeutet auch nicht, immer positiv sein zu müssen. Vielmehr geht es darum, dem Leben in all seinen Facetten zu begegnen und Schritt für Schritt wieder Zugang zur eigenen Lebendigkeit zu finden.“

    Und es kamen noch so viele lebendige Momente:

    – barfuß auf einem Apfelbaum mit weitem Blick ins Grün
    – ein unbeschreibliches Gefühl, als ich im See endlich unter Wasser tauchte, meinen Körper spürte, die wundervoll sanfte Farbe des Wassers sah und die Blubberblasen meines Atems vor meinen Augen aufstiegen, so besonders, dass ich es noch malen möchte
    – Kirschen von Bäumen direkt am Wegesrand futtern – hmmmm, ich liebe es
    – kichernd im Sommergewitter umher hüpfen
    – eine Libelle, die mich ganz nah an sich heranließ und mich mit ihren riesigen Augen ansah

    Und nun habe ich eine Einladung zum Kirschenpflücken, der ich voller Lebenslust nachgehen werde!

    Reply
    • Marion Welz
      Marion Welz sagte:
      22. Juni 2026 um 17:05

      Liebe Annette,

      ja: sowohl… als auch… lässt Möglichkeiten, dass wir nicht ‚im Strudel ertrinken‘ müssen und es neben dem vermeintlich ‚Schlechten‘ auch oftmals was vermeintlich ‚Gutes‘ stehen kann. Ich liebe diese Situation, wenn ich mich immer wieder daran erinnern darf.

      Deine Erfahrung berührt mich und auch, dass du diese Worte gefunden hast. Wie, wie wertvoll, so freundlich für sich einstehen zu können.

      Und wie schön du beschreibst, dass der Pirol nur für dich sang und mit dir fühlte. Das war ein Geschenk…, dass du so existent geblieben bist mit deiner Angst und sogar Worte für alles gefunden und aussprechen konntest, Mitgefühl wahrnehmen durftest – für dich.

      Und so kommen wir ins Leben – wenn wir uns mehr und mehr erlauben – unser Selbst mehr und mehr ent-decken!

      Ich danke dir liebe Annette!

      Reply
  2. Nina
    Nina sagte:
    27. Juni 2026 um 22:56

    Lebenslust bedeutet für mich

    die Lust mich zu zeigen
    es geschah im Juni: Aus der Tiefe ein Ja zu mir und zum Sein in der Welt. Eine Entscheidung, klar, nüchtern, schlicht und schnörkellos: Statt Rückzug und Verbergen stellte ich mich, ging zu den Menschen und zeigte mich ihnen bewußt mit meiner Verletzlichkeit und Schutzlosigkeit. Es verfolgte kein Ziel und gab sich einfach hin. Ich gab und ich nahm. Das entstandene Zugehörigkeitsgefühl lehrte mich Demut. Mein Herz, daß sich genährter und kräftiger fühlte, erlaubte mir auch die Dankbarkeit der Begegnungen zu fühlen.
    Wenn ich das Wesentliche des Augenblicks in mir verberge, bin ich nur ein halber Mensch. Darin liegt Sinnlosigkeit. Selbstausgrenzung und Zurückhaltung machen mich einsam und mein Dasein fühlt sich stinkelangweilig an. Erst wenn mein Inneres der äußeren Welt und den Menschen begegnet, bin ich vollständig.
    In diesem Sinne- wohlan Herz, nimm Abschied (von der Einsamkeit) und gesunde.
    Nina

    Reply
    • Marion Welz
      Marion Welz sagte:
      27. Juni 2026 um 23:41

      Liebe Nina,

      Danke für deine Zeilen und deine Entscheidung, dich hier so sichtbar zu machen. Es braucht Mut zu teilen, sich mit-zu-teilen, in Verbindung zu gehen und sich verletzlich zu öffnen. D A N K E !

      Zugehörigkeit gehört zu unserer Spezies – auch wenn wir es manchmal lieber anders hätten… Hinauszugehen und all das zum Ausdruck zu bringen: Chapeau! Ich nehme eine tiefe Hochachtung in mir wahr, ohne mich mit diesem Wort über dich stellen zu wollen. Ich fühle Freude und wünsche dir, dass dein Herz in Liebe in die Heilung kommen darf.

      Ganz herzlich

      Marion

      Reply

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