Versöhnung mit dem Inneren Kind – ein Dialog

Versöhnung mit dem Innerem Kind - Blogbeitrag Marion Welz - Craniosacral - Berlin
Versöhnung mit dem Inneren Kind

In jedem von uns ist (s)ein Inneres Kind beheimatet. Es ist das kleine Mädchen / der kleine Junge, das / der uns unser ganzes Leben lang begleitet und in allem in uns mitschwingt. Es steht symbolisch für alle im Gehirn gespeicherten Emotionen, Erinnerungen und Erfahrungen aus der Kindheit, wobei die meisten unbewusst sind.

Ein Dialog

Was will ich nicht sehen? Wo genau will ich nicht hingucken? Ein Konflikt liegt hinter mir. Was ist es, was ich hieraus lernen, annehmen soll?

In mir steigt der Satz auf: es soll heil werden?! Wer soll heil werden? Ich. Ich soll heil werden. Was genau soll denn heil werden? Meine Seele. Und das können andere für dich tun? Nein. Wer dann – und wozu? Meine Seele soll heil werden, um zu vertrauen. Ich kann nicht vertrauen. Es fühlt sich innerlich als gegeben an, dass ich nicht vertrauen kann – unveränderbar. Wie alt bist du da? Bei dieser Frage erlebe ich Schmerz und Dunkelheit – es huscht nur so vorbei.

Mein inneres Kind mag sich nicht zeigen.

Was hätte es zu befürchten? Es hat Angst. Du bist jetzt sicher, sage ich. Ganz sicher. Wovor hast du denn Angst? Mich zu zeigen. Was könnte passieren, wenn du dich zeigst? Keine Antwort. Ist es besser, sich zu verstecken kleine Marion? Ja. Okay, das ist in Ordnung. Wovor versteckst du dich denn? Vor dem großen schwarzen Mann. Wie alt bist du denn da? Klein. Kannst du schon sehen? Nicht richtig. Es ist wie ein Schatten. Und was war dann? Ich habe Angst. Ich habe fürchterliche Angst. Ich kneife die Augen ganz fest zusammen und dann … ist es vorbei. Was ist vorbei? Mein Leben. Tränen strömen mir über das Gesicht. Mein Leben ist vorbei. Ich war sehr klein und deswegen soll die Seele wieder heil werden. Sagt das das Kind? Ja.

Ich wünsche mir, dass ich wieder heil werde – dem Leben vertraue.

Der Person vertrauen, mit der ich den Konflikt habe. Ich frage mich, ob diese Person vielleicht meine Seelenpartnerin ist? Ich werde ruhig. Ich vertraue. Ich vertraue dir! Hat diese Person jetzt deine Seele geheilt? Ja. Wie fühlt sich das für dich an? Ruhig. Ganz ruhig. Ich brauche nichts mehr ‚Tun‘, nicht mehr ‚rennen‘.

Was würdest du dir jetzt als kleine, sehr kleine Marion wünschen? Mich zu zeigen. Oh Gott, da ist Angst mit verbunden. Und wenn du dich erst mal nur der Marion zeigst? Ich weiß nicht, ob ich ihr vertrauen darf? Der Marion? Ja. Okay, dann schau mal für dich, was es vielleicht bräuchte, ihr zu vertrauen, damit du dich zeigen kannst. Anteilnahme. Anteilnahme an meinem Leben. Wenn sie dir Anteilnahme zeigen würde, würdest du dich dann zeigen? Ja. Soll ich mal mit ihr sprechen und das vorschlagen? Ja.

Marion, dein inneres Kind wünscht sich Anteilnahme von dir. Wie ist das für dich? Ich bin total traurig, dass das so ist. Was habe ich getan? Ein Schuldgefühl kommt auf. Verzweiflung kommt hoch. Hab ich mich so abgewendet? Ja, offensichtlich. Ich habe die kleine ‚verletzte‘ Marion weggepackt, um sie nicht mehr zu sehen, zu fühlen. Ich weine. Ich habe dissoziiert. Es muss wohl schlimm gewesen sein, dass ich so gehandelt habe und ich empfinde plötzlich Mitgefühl für mich. Weitere Tränen laufen mir übers Gesicht. Es macht mich so traurig, dass ich nicht da sein konnte. Ja Marion, aber du kannst heute als Erwachsene da sein für dein inneres Kind.

Und wie ist es für dich, wenn dein inneres Kind Anteilnahme von dir haben möchte? Mir kommen die Worte in den Kopf: Verwerflich, schrecklich, unglaublich!

Ich möchte mich genau mit diesen Gefühlen und der Dissoziation in meinem Blog zeigen, kommt mir in den Sinn. Mich zeigen – sichtbar werden.

Ich kann es gar nicht fassen…, dass ich das innere Kind in mir nicht sehen & fühlen wollte, ihm keine Anteilnahme geben konnte und so viele Jahre vorenthalten habe. Entschuldigung… Entschuldigung! Es tut mir leid und ich nehme dich jetzt in den Arm. Nicht zu fest, denn es ist ganz weich & sanft. Ich darf nicht so doll drücken – nur halten & Da-Sein. Ich nehme die kleine Marion unschuldig, sanft, energiereich und lieb wahr. Ich bin ganz bei dir!… Ich bin ganz bei dir.

Es ist eine Versöhnung mit meinem inneren Kind. Mir kommen die Worte: wenn die Seele von innen heilt…

D A N K E und auch für den vorangegangenen Konflikt, der mich hierhin geführt hat.

Konflikte machen uns aufmerksam, mal genauer hin zu schauen. Sie wollen uns etwas zeigen: Ja genau, das ist dein Thema! Dein unbearbeitetes Thema, sieh es dir genauer an. Es ist eine Chance. Jeder Konflikt ist eine Chance, alte Themen anzugehen. Etwas, was in einem noch nicht geheilt ist, zu heilen – eine Wunde zu schließen.

Mit Transformation lassen wir etwas Altes los und schaffen Raum für Neues. Solche Wandlungen möchte ein Mensch kaum freiwillig tun, da das Ego vor dem Ungewissen Angst hat. Doch ich möchte ermuntern: werdet sichtbar! Das Herz ruft…

Aus dieser Geschichte entspringt die verbale Beschreibung meines Logos, dass in mir im April 2018 in dem wunderschönen Landgericht in Berlin entstanden ist und ich darf es heute in Worte fassen:

Aus dem Herzen entspringt die liebende Kraft, die Urquelle unseres Herzens, aus dem wir uns entfalten und Neues wachsen darf. Die Schale fängt auf und gibt alles, sofern sie selbst gefüllt ist.

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.